10 Yoga-Mythen, die dich vielleicht davon abhalten anzufangen
Um Yoga ranken sich erstaunlich viele Vorstellungen – darüber, wie Yoga aussieht, wie man dafür sein sollte und was man können muss.
Vielleicht denkst du bei Yoga an sehr bewegliche Menschen in komplizierten Positionen. An perfekte Yogamatten, Meditation und vielleicht ein bisschen Spiritualität.
Und vielleich ist dadurch bei dir schon mal der Eindruck entstanden: „Yoga ist einfach nichts für mich.“
Vielleicht fühlst du dich zu unbeweglich. Vielleicht nicht sportlich genug. Vielleicht hast du das Gefühl, Yoga müsse immer ruhig und spirituell sein. Oder du glaubst, du solltest bereits wissen, was du tust, bevor du überhaupt einen Kurs besuchst.
Zeit, einige dieser Vorstellungen genauer unter die Lupe zu nehmen.
Denn Yoga kann sehr unterschiedlich aussehen – und vor allem kann es sich an deinen Körper, deine Bedürfnisse und deine Lebenssituation anpassen.
Hier kommen
10 häufige Yoga-Mythen – und was wirklich dahintersteckt.
Mythos #1: Ich bin nicht beweglich genug für Yoga
Das ist wahrscheinlich einer der häufigsten Gründe, warum Menschen Yoga gar nicht erst ausprobieren. Dabei ist Beweglichkeit keine Voraussetzung für Yoga.
Du musst weder deine Zehen berühren können noch einen Spagat beherrschen. Dein Körper bringt seine ganz eigene Beweglichkeit mit – und genau damit arbeitest du. Durch regelmäßige Praxis kann sich deine Beweglichkeit verändern. Gleichzeitig geht es im Yoga um weit mehr als darum, möglichst große Bewegungsradien zu erreichen. Kraft, Stabilität, Koordination, Körperwahrnehmung und ein gutes Gefühl für die eigene Bewegung gehören genauso dazu.
Du musst also nicht beweglich sein, um mit Yoga anzufangen. Du darfst mit deinem Körper starten, so wie er heute ist.
Mythos #2: Yoga ist nur für Frauen
Das Bild von Yoga als überwiegend weiblicher Praxis hält sich hartnäckig. Historisch betrachtet ist das allerdings eine ziemlich neue Vorstellung:
Yoga war in vielen seiner traditionellen Formen über lange Zeit stark männlich geprägt und wurde insbesondere von männlichen Asketen und Lehrern praktiziert. Erst mit der Entwicklung des modernen Yoga und seiner Verbreitung im Westen veränderte sich dieses Bild zunehmend.
Heute verbinden viele Menschen Yoga vor allem mit Frauen – und mit einem bestimmten Lebensstil, einer bestimmten Ästhetik oder einer bestimmten Art von Körper. Mit Yoga selbst hat das wenig zu tun.
Yoga ist keine Praxis, die einem bestimmten Geschlecht vorbehalten ist. Und auch die Art, wie Yoga praktiziert wird, kann sehr unterschiedlich aussehen: kraftvoll und dynamisch, ruhig und regenerativ, körperlich fordernd oder mit einem stärkeren Fokus auf Atem und Körperwahrnehmung.
Du musst also weder Frau noch besonders beweglich, flexibel oder „yogamäßig“ sein, um Yoga zu praktizieren.
Yoga ist für Menschen.
Mythos #3: Für Yoga muss man spirituell sein
Yoga hat seine Wurzeln in einer jahrtausendealten Tradition. Für manche Menschen ist die spirituelle Dimension deshalb ein wichtiger Teil ihrer Praxis. Für andere steht etwas ganz anderes im Mittelpunkt:
Bewegung. Kraft. Beweglichkeit. Körperwahrnehmung. Atem. Entspannung. Stressregulation. Oder einfach die Freude daran, sich zu bewegen.
Du musst keine bestimmte Weltanschauung mitbringen, um Yoga zu praktizieren. Du darfst selbst entscheiden, welche Bedeutung du Yoga gibst – und diese Bedeutung darf sich mit dir verändern.
Denn auch deine Bedürfnisse können sich verändern – und damit das, was du in deiner Yogapraxis suchst.
Mythos #4: Yoga ist eigentlich nur Stretching
Dehnen kann ein Teil einer Yogapraxis sein. Aber Yoga geht weit darüber hinaus. Je nach Stil und Ausrichtung kann eine Yogapraxis Kraft und Stabilität fordern, Koordination trainieren, die Körperwahrnehmung verbessern oder dich körperlich richtig ins Schwitzen bringen. Ein dynamischer Inside-Yoga-Flow fühlt sich beispielsweise völlig anders an als eine ruhige Yin-Yoga-Praxis.
Und genau diese Vielfalt macht Yoga so spannend.
Es gibt nicht den einen Yogastil und damit auch nicht das eine Yoga-Gefühl.
Wenn du herausfinden möchtest, welcher Stil zu deinen Bedürfnissen passt, findest du in unserem
großen Yoga-Guide einen Überblick über verschiedene Yoga-Angebote und ihre Schwerpunkte.
Mythos #5: Yoga ist gar kein richtiger Sport
Yoga ist keine Sportart im klassischen Sinne. Es geht nicht darum, einen Wettkampf zu gewinnen, schneller zu sein als andere oder möglichst viele Wiederholungen zu schaffen.
Das bedeutet allerdings keineswegs, dass Yoga körperlich wenig fordernd ist.
Je nach Yogastil kann eine Praxis richtig intensiv werden: Du trainierst Kraft und Stabilität, arbeitest an Beweglichkeit und Koordination und bringst deinen Körper durchaus ordentlich ins Schwitzen. Gerade dynamische Yogastile können sich dabei ziemlich sportlich anfühlen. Und manchmal ist genau das die Überraschung für Menschen, die zum ersten Mal eine Yogastunde besuchen.
Ich höre nach der ersten Stunde deshalb gar nicht so selten:
„Wow, das war viel anstrengender, als ich gedacht habe!“
Und ja – das darf Yoga sein.
Yoga muss kein Sport sein, um körperlich intensiv zu sein.
Gleichzeitig kann Yoga natürlich auch ganz anders aussehen: ruhig, regenerativ und entschleunigend. Vielleicht möchtest du Kraft aufbauen, vielleicht suchst du einen körperlichen Ausgleich oder möchtest bewusst zur Ruhe kommen. Die Bandbreite ist groß.
Yoga muss deshalb gar nicht in die Kategorie „Sport oder kein Sport“ passen. Es darf unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen.
Mythos #6: Ich bin zu alt, um mit Yoga anzufangen
Es gibt kein bestimmtes Alter, in dem du mit Yoga beginnen musst oder solltest. Bei uns im Studio haben wir zum Beispiel Mitglieder zwischen zwanzig und über siebzig Jahren. Natürlich verändern sich Beweglichkeit, Kraft, Gleichgewicht und körperliche Voraussetzungen im Laufe des Lebens. Genau deshalb sollte eine Yogapraxis immer zum jeweiligen Menschen passen.
Das bedeutet auch: Eine Übung muss nicht bei allen Menschen gleich aussehen. Du darfst Hilfsmittel verwenden, Bewegungen anpassen und deine eigene Variante finden.
Guter Yogaunterricht gibt dir dabei Orientierung, ohne dir vorzuschreiben, wie eine Übung bei dir aussehen muss. Denn dein Körper ist individuell – und genau das darf sich auch in deiner Yogapraxis widerspiegeln. Sie soll zu dir und deinen körperlichen Möglichkeiten pasen.
Mythos #7: Ich muss erst fit werden, bevor ich mit Yoga anfangen kann
Das klingt zunächst logisch: Erst fitter werden. Dann Yoga ausprobieren. Aber warum eigentlich? Yoga selbst kann ein Teil deines Weges zu mehr Kraft, Beweglichkeit und körperlichem Wohlbefinden sein.
Du musst also keinen bestimmten Fitnesslevel erreichen, um anfangen zu können. Natürlich gibt es unterschiedliche Intensitäten. Ein dynamischer Flow stellt andere Anforderungen als eine ruhige, regenerative Praxis. Deshalb lohnt es sich, einen Kurs zu wählen, der zu deinem aktuellen Ausgangspunkt passt.
Du musst nicht erst irgendwo ankommen, um anfangen zu dürfen.
Mythos #8: Yoga muss langsam und entspannt sein
Yoga kann langsam und entspannend sein. Muss es aber nicht. Wenn du bisher nur ruhige Yogaformen kennst, könnte dich ein Inside Flow möglicherweise überraschen. Denn Yoga kann auch dynamisch, kraftvoll und musikalisch sein.
Vielleicht möchtest du einmal ganz bewusst zur Ruhe kommen. Dann kann eine regenerative Praxis genau das Richtige sein. Vielleicht möchtest du dich auspowern oder dich zu Musik bewegen. Dann könnte eine dynamischere Form besser zu dir passen.
Yoga hat viele Gesichter.
Von ruhig und regenerativ bis kraftvoll und fließend gibt es eine große Bandbreite.
Und genau deshalb lohnt sich die Frage:
Was brauche ich gerade?
Im Blogartikel
"Welcher Yogastil passt zu dir?" kannst du genau dieser Frage nachgehen.
Mythos #9: Im Yoga muss ich die Übungen perfekt beherrschen
Yoga ist keine Prüfung. Es gibt keine Punkte dafür, wie weit du in eine Position kommst oder wie perfekt eine Asana aussieht. Gerade wenn du viele Bilder und Videos auf Social Media siehst, kann schnell der Eindruck entstehen, es gehe darum, besonders anspruchsvolle Positionen möglichst ästhetisch auszuführen.
Eine gute Yogapraxis gibt dir Orientierung, lässt aber gleichzeitig Raum für die individuellen Möglichkeiten deines Körpers. Das kann bei zwei Menschen völlig unterschiedlich aussehen.
Gesunde Ausrichtung bedeutet nicht, dass alle Körper gleich aussehen müssen.
Und manchmal ist die beste Variante einer Asana genau die, in der du dich sicher und stabil fühlst.
Mythos #10: Ich muss schon Yoga können bevor ich in einen Kurs komme
Das wäre ungefähr so, als müsstest du schwimmen können, bevor du Schwimmunterricht nehmen darfst.
Ein Anfängerkurs ist genau dafür da, dass du die Grundlagen kennenlernst. Du darfst Fragen stellen. Du darfst etwas noch nicht können. Du darfst eine Bewegung noch nicht verstehen. Und du darfst feststellen, dass sich etwas ganz anders anfühlt, als du erwartet hast. Du musst auch nicht besonders beweglich oder sportlich sein.
Du brauchst keine Yogaerfahrung. Du brauchst nur den ersten Schritt.
Yoga muss zu dir passen - nicht umgekehrt
Vielleicht hast du dich in einem dieser Mythen wiedererkannt. Vielleicht hält dich aber auch etwas ganz anderes davon ab, Yoga auszuprobieren. Dann lohnt sich ein Perspektivwechsel.
Du musst nicht in ein bestimmtes Bild von Yoga passen. Yoga darf zu dir passen.
- Vielleicht brauchst du gerade mehr Kraft.
- Vielleicht möchtest du zur Ruhe kommen.
- Vielleicht möchtest du dich zu Musik bewegen.
- Vielleicht möchtest du deinen Körper besser kennenlernen.
- Oder vielleicht möchtest du einfach einmal ausprobieren, wie sich Yoga überhaupt anfühlt.
Die spannendere Frage ist deshalb vielleicht gar nicht: „Bin ich der Typ für Yoga?“ Sondern: „Welche Form von Yoga passt gerade zu mir?“ Wenn du genau das herausfinden möchtest, findest du in unserem
großen Yoga-Guide für Gießen, Wetzlar & Umgebung einen Überblick über verschiedene Yogastile und Kursformate – und darüber, welches Angebot zu welchen Bedürfnissen passen könnte.
Vielleicht ist der erste Schritt viel kleiner, als du denkst ♥
Über Kerstin